Zwei Schriftsteller in einem Raum? Funktioniert das?

Zwei Schriftsteller in einem Raum? Funktioniert das?

Das funktioniert sogar ganz hervorragend. Noch besser – denn wir sind ein Ehepaar.

Wer versteht besser als ein Schriftsteller, wenn ein anderer Zeit braucht, seine Ideen zu entwickeln, seine Bücher zu schreiben, sie zu überarbeiten, zu veröffentlichen und zu Lesungen zu fahren?

So manchen Tag haben wir hier gemeinsam Seite an Seite sitzend verbracht, damit beschäftigt, unsere Fantasien über die Tastatur in den Rechner zu tippen. Manchmal ohne ein Wort zu sagen, manchmal auch nebenbei in Diskussionen vertieft.

»Du Schatz, kann ich diesen Satz so lassen?«

»Gleich, in 10 Minuten. Schreibe nur eben das Kapitel zu Ende.«

Sie hat brav abgewartet, bis ich fertig war und dann haben wir über den Satz gesprochen. Oder sie hat mir einen Rat gegeben. Oder wir haben über eine Idee stundenlang diskutiert, über eine Szene, über das Verhalten eines Protagonisten, oder oder oder …

Ob es nun um den Buchtitel geht, den Umschlag matt oder glänzend, die Art des Papiers, den Entwurf eines Plakates für eine Lesung, einen Flyer oder was auch immer – es ist bisher durchweg eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Ich gebe auch offen zu, das ich manchmal echt keinen Bock habe, etwas von ihr zu lesen. Vor allem dann nicht, wenn ich von meinem Brotjob abgenervt bin. Dann sage ich ganz offen »Jetzt nicht, ich bin gerade völlig platt, ich lese es später«, was ich dann auch mache und was sie wortlos akzeptiert.

Was ist das Geheimnis, das diese Zusammenarbeit, dieses Zusammenleben so gut klappt?

Eigentlich ist nichts geheim daran. Es ist wie in jeder guten Ehe.

Man muss sich Raum lassen, sich Zeit für den anderen nehmen, sich respektieren, dem anderen zuhören, ihn ernst nehmen, ihn einfach sein lassen wie er ist, mit all seinen kleinen und großen Macken, mit den kleinen liebenswerten Fehlern und dem, was man an dem anderen schätzt. Vor allem muss man absolut ehrlich miteinander umgehen. Auch mal offen sagen »Das ist kompletter Bockmist, was du da geschrieben hast« und dann darüber diskutieren, warum das Bockmist ist und Verbesserungen anregen.

Ich möchte es gar nicht anders haben, als es ist. Niemand nervt mich mit Sätzen wie  »du musst jetzt etwas schreiben«, wenn ich zwischendurch wieder einmal ein Jahr lang keine Lust habe, etwas zu verfassen.

Es macht mir riesigen Spaß, zuzuhören, wenn sie eine Idee entwickelt, mir davon erzählt. Ich bin da etwas anders gestrickt. Bei mir entsteht die Idee, die sich langsam in meinen Gedanken weiterentwickelt und  manchmal erfährt sie erst, was ich vorhabe, wenn sie die ersten geschriebenen Seiten liest, die sie mir dann bildlich gesprochen schon fast aus der Hand reißt, weil sie neugierig ist.

Die eine Hälfte des Paares

Silvia Nagels wurde 1966 in Duisburg geboren und lebt seit 2004 mit ihrer Familie im niedersächsischen Peine. Nach dem Abitur machte sie ihr Hobby zum Beruf, wurde Köchin und arbeitete eine Zeit lang in Italien. Heute kocht sie in einem Krankenhaus in Hannover. Ihr Cosy-Krimi »Käthe ermittelt« ist eine Liebeserklärung an die Sprache und die Mentalität Norddeutschlands, zu denen sie, aufgewachsen mit den Stücken des Ohnesorg-Theaters, schon früh eine Affinität entwickelte. Mehr Informationen auf meiner Homepage

 

 

Das neueste Buch von Silvia Nagels

Totenhain: Ein Fall für Käthe und Knut

Mitten in die Eröffnungsfeier der Ferienpension auf Gut Poggenpool platzt Jori Jespersen, der Großvater des Gutsbesitzers und macht Stunk. Nach seinem Gefängnisaufenthalt will er sein Erbe zurück. Kurz darauf verschwindet ein Pensionsgast. Er wird am nächsten Tag tot aufgefunden – vergiftet.
Der 2. Fall für Käthe, die sympathische Hobby-Spürnase des Dorfes Barkenholt im Oldenburger Münsterland. Wer aus der verschworenen Dorfgemeinschaft hätte einen Grund, den Gast umzubringen? Niemand, da ist Käthe sich sicher. Der Täter muss aus dem Umfeld des Opfers kommen. Zusammen mit ihrem Nachbarn und besten Freund Knut nimmt sie die Ermittlungen auf. Die Spur führt sie in die ferne Vergangenheit und rührt an einer ungesühnten Tat …

und die zweite Hälfte des Paares

Uwe Tiedje arbeitet in einem großen Logistikunternehmen und engagiert sich nebenbei für andere Autoren.
Er schreibt Fantasy, Thriller, Lyrik und Kurzgeschichten, gelegentlich unter dem Pseudonym John McLane.
Im Mai 2015 gründete er das Facebook Autorenforum „Autoren_Netzwerk“, das mittlerweile über 5400 Mitglieder aus aller Welt hat. Unter anderem brachte das „Autoren_Netzwerk“ eigenständig zwei Kurzgeschichten Anthologien über Amazon heraus.
Von 2018 bis 2019 war er 18 Monate ehrenamtlich für die Servicestelle Kultur des Landkreises Peine als Kontaktstelle Literatur tätig und kümmerte sich organisatorisch um den Peiner Autoren Stammtisch. In dieser Zeit erschien im Telegonos Verlag die Peiner Kurzgeschichten Anthologie „Spannung, Abenteuer & Liebe“. Mehr Infos auf meiner Homepage 

Das neueste Buch von Uwe Tiedje

Over the Rainbow: Die Traumwelt

Eine Fantasiegeschichte, für alle , die ihre Träume noch nicht verloren haben. Seitdem die Träume der Menschen immer schwächer werden, sieht auch die Traumwelt ihrem Untergang entgegen. Um das zu verhindern, schicken die Bewahrer – Wesen, die für die Erhaltung verschiedener Bereiche dieser Welt zuständig sind – einen grauen Wolf und ein weißes Einhorn zu den Menschen. Sie sollen die beiden aufspüren, die in ihren Träumen der Fantasie noch freien Lauf lassen. So finden sich Nic und Nora in einer ihnen fremden Umgebung wieder, in der sie sich dem Kampf gegen Todesfeen und finstere Druiden stellen müssen. Bis Nora Gefahr läuft, sich in einem Traum zu verlieren …

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