Täuschung

Täuschung

In der Abendsonne, im rötlichen Schein,
fällt ein Sonnenstrahl tief in ihre Augen hinein,
wie von einem Blitz getroffen, versunken, gebannt,
hat er innerhalb von Sekunden ihre Seele erkannt,
es zieht in beinahe magisch zu ihr hin,
mustert heimlich ihr Haar, Gesicht und Kinn.

Sie nimmt ihre Tasse, nippt kurz daran,
ein strahlendes Lächeln kommt bei ihm an,
er lächelt zurück, sehr darüber erfreut,
sie schaut ihn an, als wenn‘s sie enttäuscht.
Verwirrt von dem Blick, schaut er an ihr vorbei,
was ist denn das hier für eine Spielerei?

Erst flirten und schäkern, dann wird’s ihr zu viel,
was hat denn die Schöne für ein heimliches Ziel?
Da sieht er den Mann, der grad zu ihr geht,
für den ein himmlischer Schimmer in ihren Augen entsteht,
den sie mit einem warmen Kuss ihrer verlockenden Lippen verwöhnt,
und ihm selbst damit zeigt, du bist hier verpöhnt.

Das Lächeln von ihr war für ihn nicht gedacht,
das galt dem Mann, der ihr Blumen gebracht,
die reicht er ihr jetzt, ein Lächeln im Gesicht,
leuchtend in seinen Augen ein überirdisch Licht,
da endlich rafft er‘s, die zwei sind ein Paar,
das er hier kein Glück hat, das war ja fast klar.

© 2018 Uwe Tiedje
Foto: Pixabay.com

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