Sehnsuchtsgedanken

Sehnsuchtsgedanken

Sie kann sich erfreuen, wie ein Kind, an vielen kleinen Dingen,
an Meer, an Natur, an Wald, wo Fuchs und Hase springen,
ist stets voll überschäumender Begeisterung und Lebenslust,
getrübt nur durch täglich Dramen, den üblichen täglichen Frust,
kennt Freude, Spaß, Lachen, Lust und Leidenschaft,
kennt Angst, Furcht, Elend, nachlassend Kraft.

Erfüllt von Sehnsucht Tag für Tag,
nach dem, was sie wohl nicht haben darf,
erscheinen Schatten, düster und bedrohlich,
finstere Gedanken, bohrend, unausweichlich,
zermartern Hirn, erschöpfend,
Kraft verfliegt, ist alles schröpfend.

Vergangenheit zieht vor ihren Augen dahin,
belastend, marternd, ohne Sinn,
zerdrückt, zerquetscht, belastet Lebensmut,
im Inneren trotzdem Hoffnung, alles wird gut,
als schwaches Licht, tief drin versteckt,
Wünsche schwelen unentdeckt.

Sucht Trost, Geborgenheit und Liebe brennend,
läuft vielleicht oft vorbei, sie nicht erkennend,
ein Teufelskreis sie stets umfängt,
aus dem hinaus sie alles drängt,
verzweifelt, wie soll ihr das gelingen,
muss mit so vielen Dingen ringen.

Enttäuscht sehr oft, etwas für Liebe gehalten,
stets neu begonnen, voll Hoffnung umzugestalten,
hat nie aufgegeben, eine Kämpfernatur,
schmerzen tuts trotzdem, Peinigung pur,
wieder naht das Ende, Vorwürfe werden laut,
wieder auf der Suche, auf Hoffnung gebaut.

Wo bleibt er, wo ist der eine, der sie erkennt,
sie so nimmt wie sie ist, leise ihren Namen nennt,
sie behütet, wärmt, ihr Glück und Liebe schenkt,
der nicht allein an sich nur denkt,
der hilft zu heilen, was früh entstanden,
damit sie endlich kann an ihrem Ufer landen.

Sie ist besonders, einzigartig, hat so viel zu geben,
hält soviel bereit, für den, der will mit ihr leben,
ist hingebungsvoll, will alles teilen,
will nur in glücklicher Zweisamkeit weilen,
und hofft eines Tages erscheint er vielleicht,
und sie hat sich endlich selbst erreicht.

Wäre frei von der Bürde, den unzähligen Lasten,
die gefühllose Menschen gerne verfassten,
sie nicht beachteten, zur Verzweiflung oft brachten,
nicht einmal während schwerer Krankheit ihr gedachten,
allein, verlassen, voller Schmerz und Hoffnungslosigkeit,
war niemand auch nur zum Händchen halten bereit.

Ich denk so für mich, wer braucht es mehr als sie,
ein Leben zu führen, das gleicht Poesie,
so hartnäckig sie an die Hoffnung sich klammert,
alles erträgt und nie wirklich jammert,
ist so voller Trotz, man muss es bestaunen,
für sie alles Glück der Welt, höre ich es leise raunen.

© 2018 Uwe Tiedje

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