Gedanken zum guten Rutsch und zu Silvester

Gedanken zum guten Rutsch und zu Silvester

Ich wünsche dir einen guten Rutsch …

Womit soll ich denn rutschen? Schlitten fällt aus, da meist kein Schnee liegt. Eisregen gibt es auch nur selten. Zum Sommerrodeln im Winter hat man auch nicht wirklich Lust.

Übrigens – außerhalb des deutschsprachigen Raumes wünscht niemand einem einen „guten Rutsch“. Außer vielleicht Auswanderer, die diesen Brauch, der seit ungefähr 1900 gebräuchlich ist, nicht aufgeben wollen.

Der Begriff selbst scheint aus dem jiddischen zu kommen und aus dem missverständlichen „ a git Rosch“ (einen guten Kopf). In manchen Gegenden folgt dem „guten Rutsch“ noch ein „Hals- und Beinbruch“, womit wir noch tiefer ins jiddische vordringen. Denn aus „Hazlacha uwracha“ (Erfolg und Segen) entwickelte sich „hatsloche un broche“ (Hals und Beinbruch).

„Hazlacha uwracha“ ist ein hebräischer Segen, mit dem man unter anderem Geschäftsabschlüsse oder Ehen besiegelt. Geschäftsabschlüsse und Ehen waren ja in der Vergangenheit oftmals gleichbedeutend.

Geschäftsabschlüsse und Ehen? Ja, ich schweife ab.

Der Name Silvester (Waldmensch) geht auf das Jahr 1582 zurück, als die Reform des Gregorianischen Kalender den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verschob, den Todestag des Papstes Silvester I. (gestorben 31. Dezember 335). Der Liturgische Kalender führt den Tag seit 813 auch als dessen Namenstag.

Am Silvestertag wird ein guter Rutsch gewünscht, wird meist in Gesellschaft gefeiert, mit Feuerwerk, Böllern und Glockengeläut lautstark das neue Jahr begrüßt. Das Feuerwerk sollte im vorchristlich-animistischen Glauben früher „böse Geister“ vertreiben und drückt heute auch Vorfreude auf das neue Jahr aus. Bei privaten Silvesterfeiern ist das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel weit verbreitet. Die Kirchen bieten nächtliche Gottesdienste an. Nicht zu vergessen das obligatorische „Dinner For One“ zu Silvester im Fernsehen, wo es heißt „same procedure as every year“.

Alle Fragen geklärt? Gut, prima. Bleibt eigentlich nur noch, euch allen einen „guten Rutsch“ ins Neue Jahr zu wünschen und zu hoffen für Silvester, das es nicht zu einem „Hals und Beinbruch“ kommt und für Neujahr ein „a git Rosch“ (einen guten Kopf), nachdem der Alkohol gewichen ist. Verscheucht ordentlich laut die bösen Geister und überhaupt …

Allen eine schöne, stimmungsvolle „same procedure as every year“ …

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