Antje Zellmer – Schlafmohn

Antje Zellmer – Schlafmohn

Schlafmohn!

Bin zwischen fliederfarben schlafbringenden Mohn erwacht,
von irren besessenen Gedanken schweißgebadet,
verweint ewig nicht aufgewacht.
Mein Kopf scheint zu platzen,
hämmernd Schmerzen dröhnten.
Über mir tickten Uhren in den Wolken,
grelle bunte Blitze,
Sturm und Regen meine Ängste verhöhnten.

Dem Wahnsinn ins Gesicht mit Übermacht gelacht,
Zwangsjacke drohte,
ging fast unter auf dem glühend roten See,
der mit Tiefe wartet, dass ich hineinfiel,
ertrinke vom gefährlichen Sog erfasst,
der hilflos und winzig klein, wehrlos macht.
Gefangene verletzte verirrte Seele schlafwandelt,
befangen unbewusst gerufen,
in einen anderen Menschen verwandelt.

Will nicht ins Endlose traurig sinken,
will noch weiter zwischen Seelenverwandten liebend leben,
nicht von innen aufgefressen inhaltslos ertrinken.
Die großen Blumen um den See herum schwankten seltsam drohend,
will ich verpasste Zeit einholen?
Oder liebe ich nur zu sehr die Schönheit der Gefühle,
versprechen sie täuschend echt,
verlockend im Schein so lohnend,
was ich süchtig verlange, fühle.

Heilt mich der tiefe Schlaf vom Wahn?
Sind verlorenen Fantasie, Hoffnung, Lebenslust,
der erhobene Zeigefinger bedrohlich fragend mahnt.
Wer bist du neben mir,
wenn ich aus dem Traum erwacht?
Bist du noch der, den ich einst liebte,
der mich halten kann,
der mich glücklicher macht?

Was zieht dich aus deinen Träumen zurück in die Wirklichkeit,
vom vertrauten liebevollen Halt umgeben,
betrogen auch dich einst grässliche Fratzen aus Vergangenheit.
Beraubt vom nagenden Zahn der Lebenszeit,
Spannung und Energie,
geborgen, verstanden fühlst dich geliebt.

Wie wäre ein gefühlloses, reizloses, traumloses Nichts,
als Untoter wandelnd gebeugt,
gesenkt das Antlitz,
blind entzogen des Augenblicks.
Menschen wären nur Hüllen mit Geistesleere,
unausgefüllt das Leben meisternd.
Verzweiflung weicht Ehre im Hier,
klare Sicht erinnert,
was man mit neuer Freiheit verliert.
Der tiefe Fall uns einst eines Besseren lehrte,
Dankbarkeit unerkannt für jedem wertlos wäre.

(C)Antje Zellmer, 2017

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