Eingesperrt

Eingesperrt

 
Die Sehnsucht nach Freiheit ist ein sehr starker Drang,
auf Dauer umgeben von Mauern, ein ewiger Zwang,
eingepfercht, zur Schau gestellt und eingefangen,
innerlich der ewige Wunsch hier heraus zu gelangen,
trottend regelmäßig die gleichen Kreise zu drehen,
im Freigehege und dort leise zu stehen.
 
Ein Sprung über die Mauer, heimlich geträumt,
alle Hindernisse damit aus dem Wege geräumt,
in weiten Sprüngen durch die verlockende Weite zu hetzen,
sich nicht eingezwängt auf einengende Breite zu setzen,
durch Wasser zu platschen, den Fisch zu erbeuten,
nicht mehr angestarrt werden von kauenden Meuten.
 
Den Partner zu finden in Steppe und Wald,
hier herauszukommen und das möglichst bald,
doch der Traum ist zu weit, die Mauern zu stark,
so bleibt ihm gefangen nicht mehr als der Park,
gefrustet, erniedrigt, gefangen im täglichen Einerlei,
zieht täglich an ihm die komplette Menschheit vorbei.
 
Sie starren, sie gaffen mit offenem Mund,
gefangenes Tier fühlt wie dressierter Hund,
Kann nicht in Ruhe verspeisen sein Essen,
zur Fütterungszeit sie starren stattdessen,
so fügt er sich der ewigen Qual, dem endlosen Warten,
bis der Tod ihn holt, in den immergrünen Garten.
 
Dort kann er dann jagen, die Weiten erkunden,
kann es Tag für Tag, in endlosen Stunden,
kann die Freiheit spüren, den Fesseln entfliehen,
sich dem Blick der glotzenden Meute entziehen,
hat die Wahl, womit er sein Leben verbringt,
und ist nicht mehr täglich von Gaffern umringt.
 
© 2017 John McLane
 
© Foto Carmen Ogaza

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