Over The Rainbow

Liebe Fantasy – Fans * dies ist kein üblicher Fantasy – Roman im klassischen Stil mit wilden Schlachten und voller Action-Helden. Dies ist eher eine Fantasy – Geschichte alà Peter Pan, für alle die ihre Träume nicht vergessen haben…
John McLane führt uns durch eine fantastische Geschichte voller Magie und Gefühl. Seine Figuren Nic und Nora, ihrer eigenen Welt entrissen, landen in einer ihnen völlig fremden Umgebung. In dieser fremden Welt existieren seit Urzeiten die Bewahrer, eine Gruppe von Wesen, jeder einzelne für die Bewahrung und Erhaltung eines Bereiches ihrer Welt zuständig. Eines Tages entdecken die Bewahrer, dass es mit ihrer Welt zu Ende geht….
Denn ihre Welt existiert nur durch die Fantasie der Träume der Menschen und die Menschen träumen immer mehr vom Alltag, ihre Fantasie lässt nach…
Die Bewahrer senden zwei Fabelwesen in die Menschenwelt, einen grauen Wolf und ein Einhorn, um zwei der letzten Menschen zu finden, die in ihren Träumen der Fantasie noch freien Lauf lassen. Denn diese sind die letzte Hoffnung für die Welt der Bewahrer…
Begleiten Sie Nic und Nora auf ihren Abenteuer durch die phantastische Welt, die John McLane erschaffen hat, tauchen Sie ein in ihren scheinbar aussichtslosen Kampf gegen Todesfeen und finstere Druiden. Zahlreiche Abenteuer liegen vor ihnen, bis Nora am Ende Gefahr läuft, sich in einem Traum zu verlieren….
Eine phantastische Geschichte voller Abenteuer, Spannung, Zauberei und Gefühlen…

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Leseprobe:

1.

Die Bewahrer

Er war da, seit der Schöpfung, seit Anbeginn allen Lebens. So lange er dachte, kümmerte er sich um die Erde, die Lebewesen, die Pflanzen, Gewässer, um alles was war. Früher existierten noch andere, wie er, vor Urzeiten, nach der Schöpfung. Doch nun gab es nur noch eine Handvoll von ihnen.

Er stand hoch oben, auf seinem Lieblingsplatz, nahe dem Ort, an dem er geboren wurde. Ein Geschöpf aus Erde, aus Wasser und Feuer, aus Luft und Sternenstaub. Dieser Berg war seine Ruhestatt. Hier wanderte er durch seine Gärten, hegte und pflegte sie.

Doch heute Nacht war er ruhelos hierher gekommen. Er spürte, wie sich etwas verschob. Ein Ungleichgewicht der Kräfte. Oben am Nachthimmel fand er sein Gefühl bestätigt. Ein neues Sternbild zeigte sich dort oben…

Schreck und Schmerz erfüllte sein Inneres und wühlte ihn emotional auf. Er sah hinauf zu denen, die einmal waren, nahm ihr Leuchten in sich auf, linderte mit ihrem Strahlen sein Leid ein wenig.

Starker Wind kam auf, peitschte über das Land, beugte die mächtigen Wipfel seiner Bäume. Als spüre die Natur, dass sich etwas veränderte. Es begann zu regnen, erst wenige Tropfen, dann eine wahre Sturzflut. Sie nässte seine Erde. Der Wind fegte in Böen daher, jagte die Regenschauer vor sich her. Dunkle, drohende, schwarze Wolken wallten über den Berg.

Doch an der Stelle, wo er stand, war es windstill, kein Regen fiel, hier war es sternenklar. Über ihm, inmitten der brodelnden Wolkendecke, war ein Loch, durch das er die Sterne klar und deutlich sehen konnte. Wie ein strahlendes Auge inmitten pechschwarzer Finsternis…

Sein langes weißes Haar umrahmte ein altes, zerfurchtes Gesicht. Blaue, junge, klare, gütige Augen schauten unter dichten, weißen Augenbrauen hervor und ein langer, weißer Bart zierte sein Kinn. Eingehüllt in ein braunes Gewand, die Farbe der Erde, gestützt auf seinen Stab, stand er da und sah hinauf zu den Sternen.

Zuerst sah er nur einen winzigen, schwarzen Punkt, der sich von dem vollen Mond abhob. Der Punkt bewegte sich, kreiste, kam immer näher. Nur schemenhaft nahm er die Umrisse wahr. Er brauchte kein klares Bild, um zu wissen, wer da kam. Wie er war sie schon immer da, hütete wie er, pflegte. Auch sie schien die Veränderung zu spüren.

Nahe bei ihm landete der schwarze Pegasus. Majestätisch schwebte er heran, die mächtigen Flügel schlugen und erzeugten Wind, der das lange, weiße Haar des Bewahrers wie eine Fahne wehen ließ. Sanft setzte er auf, so als landete er auf einer weichen Wolke und nicht auf harter Erde. Die Flügel hielten inne, der Kopf mit der langen schwarzen Mähne verneigte sich vor ihm. Leises Schnauben begrüßte den Bewahrer. Er lächelte…

Eine Gestalt in schwarzem Gewand, der Farbe der Nacht, und dunkler Kapuze stieg vom Rücken des Pegasus, setzte die Füße ins feuchte Gras und kam mit leichten Schritten, fast schwebend zu ihm herüber, in der Hand einen Stab, schwarz im Gegensatz zu seinem grünen.

Er deutete eine Verbeugung an und seine Lippen bewegten sich nicht, als er sie begrüßte.

„Bewahrerin.“

Sie lächelte und nickte. Auch sie deutete eine Verbeugung an und er hörte ihre Stimme in seinen Gedanken.

„Bewahrer.“

Nun lächelte auch er. Nur die wenigen, die noch waren, sprachen auf diese Weise miteinander. Ihre Gedanken berührten sich, wenn sie sich unterhielten, und diese Berührung löste ein Gefühl der Freude in ihm aus, das er seit langem vermisste.

„Eine lange Zeit, Bewahrerin, seit wir uns zuletzt trafen.“

„Nur ein Moment, Bewahrer, ein Moment in der Ewigkeit. Was ist schon Zeit für solche wie uns?“

Er hob seinen Stab und deutete zum Nachthimmel.

Du hast es auch gesehen?“

Sie schaute hinauf, nickte und ihr Gesicht verzog sich schmerzhaft.

Ja ich sehe es. Wir konnten sie nicht daran hindern. Wir bewahren die Sterne, so wie du die Erde, und doch konnten wir gegen dieses neue Sternenbild nichts unternehmen.“

Er nickte und schaute sie besorgt an.

Das Sternbild der Todesfee. Niemand kann etwas dagegen tun. Sie sind dunkle Elfen, sind da seit Anbeginn der Zeiten. Nur sie selbst können etwas tun…

Entschieden schüttelte die Bewahrerin der Sterne den Kopf. Tiefe Traurigkeit stieg in ihr auf.

Sieh dir unsere Sterne an, ihr Leuchten verblasst. Die Träume der Menschen – sie gaben ihnen einst Kraft. Einst strahlten sie hell und leuchteten uns in der Nacht. Immer weniger Träume erreichen uns, die Menschen sind zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt.

Doch um zu deinen Worten zurückzukehren, nicht nur sie selbst können uns helfen. Lass uns die finden, die in der Lage sind hinüberzugehen. Sie können dafür sorgen, dass dieses Sternbild verblasst, vergeht für lange, lange Zeit.“

Er schaute in ihre nachtschwarzen Augen, nicht überzeugt von ihren Worten. Doch sie war eine wie er, er vertraute ihrer Überzeugung.

Auch ich spüre, dass die Träume weniger werden. Die Menschen verändern, verwüsten meine Welt, indem sie meine Elemente nutzen, sich selbst zu vernichten. Sie verbrauchen meine Kraft, die ich aufwenden muss, um zu regenerieren, was sie zerstören. Tod und Elend – so viele, die gehen müssen vor Ihrer Zeit. Schau hinauf, wie viele Sterne täglich hinzukommen. Aber dennoch, es gibt welche unter ihnen, die ihre Träume nicht verloren haben, .sie tragen sie tief in sich verborgen. Wenn diese ihre Träume wieder finden, können sie hinüber.“

Traurig blickte die Bewahrerin in das alte, zerfurchte Gesicht.

Es kostet dich viel, schau dich an.“

 In Gedanken sah sie ihn bei ihrer letzten Begegnung vor sich, sah das jungenhafte, wunderschöne Gesicht.

Entschlossen trat sie zu einer Senke, rief ihn zu sich und nahm seine Hand.

Lass uns hier den Zauber wirken. Er soll sie finden und ihnen helfen, zu ihren Träumen zurück zu finden, damit sie uns und allen anderen helfen können.“

Sie streckte den Stab vor und stieß ihn in die Erde. Schwarzes Licht färbte die Erde, bildete einen Kreis. Der Bewahrer der Erde lächelte, nahm seinen Stab, stieß ihn in die Mitte des Kreises. Der Kreis füllte sich mit strahlendem grünen Licht. Die beiden hielten sich an den Händen, hielten mit der anderen ihre Stäbe und stimmten einen uralten Gesang an, in einer Sprache, die längst von dieser Welt verschwunden war.

Das Licht begann zu tanzen. Schwarz durchzog grün mit feinen Linien, zeichnete Konturen, ließ sie verschwimmen, zeichnete neu. Dieses konnten sie nicht steuern, es musste allein entstehen, sich selbst formen.

Umrisse entstanden, gleich denen eines Hundes und andere, gleich denen eines Pferdes. Das schwarze Licht zeichnete die Körper, grün füllte die Umrisse aus.

Die Bewahrer standen hoch oben auf dem Berg, in ihrer Nähe der Pegasus, umtost von dem schweren Unwetter. Der böige Wind peitschte dichte Regenschleier über das Land und grelle, lange Blitze zuckten über den schwarzen Himmel. Aus den brodelnden, schwarzen Wolkenbergen knallte lauter Donner und zerstörte die Stille der Nacht.

Doch die zwei hörten es nicht. An der Stelle, an der sie standen, war völlige Stille, kein Regen, kein Wind. Nur das Licht blitzte grün und schwarz durch die Nacht, sprühte Funken und verbrannte die Erde, an den Stellen, wo es sie berührte.

Formen und Umrisse wechselten. Die Gesichter der Bewahrer veränderten sich. Das des Mannes schien noch mehr zu zerfurchen, das der Frau zeigte erste Falten, ihr nachtschwarzes Haar durchzogen erste graue Fäden. Sie gaben von sich, was nötig war, um zu retten, was seit Anbeginn zu ihnen gehörte.

Schließlich war es vollbracht.

Erschöpft stützten sie sich auf ihre Stäbe, hielten sich gegenseitig an ihren Händen aufrecht. Das Licht leuchtete noch einmal grell auf, das Grün schoss in den Nachthimmel, das dunkle Schwarz, noch schwärzer als die Nacht, schoss in die Erde.

Nachdem sie sich eine Weile von der Anstrengung erholt hatten, lächelten sich die Bewahrer an und betrachteten liebevoll und erstaunt, was sie geschaffen hatten.

Einen grauen Wolf und ein weißes Einhorn…

Die Bewahrerin der Sterne schaute lächelnd auf die erschaffenen Wesen.

So soll es sein, findet die, die euch herbeisehnen, helft ihnen zu finden.“

Auch der Bewahrer der Erde betrachtete ihr Werk zufrieden.

Sie sind uns gelungen, .ja, ich werde sie auf die Reise schicken.“

Er hielt die Hand der Frau, als er sie zu dem wartenden Pegasus führte. Sie drückte seine Hand, lächelte und schwang sich auf das geflügelte Pferd. Der Pegasus hob den Kopf, stieg auf die Hinterbeine, seine lange,  schwarze Mähne flatterte und er begrüßte sie wiehernd.

Einen Moment schaute der Bewahrer der Erde zweifelnd.

Meinst du, es wird gelingen?“

Die Bewahrerin der Sterne lächelte.

Ich kann dir die Antwort nicht geben. Die Zeit wird sie uns zeigen, in einem Moment, Stück für Stück.“

Er lächelte zurück und hob grüßend die Hand, als der Pegasus flügelschlagend abhob und sie nach Haus trug, hinauf zu den Sternen.

Der Bewahrer sah ihr nach, bis sie zu einem winzigen schwarzen Punkt wurde, nur sichtbar vor der hellen Scheibe des Mondes. Seufzend drehte er sich um, nun wieder allein für eine kleine Ewigkeit. Er ging hinüber zu der Stelle, wo ihre Geschöpfe auf ihn warteten.

Betrübt fiel sein Blick auf die verbrannte Erde. Sogleich nahm er den Stab und stieß ihn mitten in die verbrannte Stelle. Sattes grünes Gras breitete sich aus, verdeckte die Wunde, heilte sie. Lächelnd betrachtete er sein Werk, nickte zufrieden.

„Doch nun zu euch – fort mit euch. Zieht hinaus und findet die, die retten können und gebt ihnen zurück, was sie nie verloren haben. Helft ihnen zu finden.“

Er schwenkte seinen Stab, zeigte einmal auf den grauen Wolf, einmal auf das weiße Einhorn – weg waren sie, spurlos verschwunden.

Er seufzte und schaute noch einmal zu den Sternen hinauf. Fast unsichtbar hing dort das Sternbild der Todesfee. Mit hängenden Schultern drehte er sich um und machte sich an den schweren Abstieg, hinunter zu seinen Gärten. Er schien bereits eine Ewigkeit unterwegs zu sein. So ging es ihm immer, wenn er seine geliebten Gärten verlassen musste. Doch heute waren seine Gedanken woanders.

Bei einem grauen Wolf und einem weißen Einhorn.

 

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